11. – 13. Schuljahr

Edeltraud und Ralf Gaus

Fremde Heimat

Flucht und Migration als Thema des Religionsunterrichts

Über Flucht und Migration kommen zurzeit viele Menschen nach Deutschland. Sie besitzen keine Wohnung, kein Zuhause und auch die Menschen und Kultur hier in Deutschland ist ihnen fremd. Viele Städte und Dörfer versuchen ihnen mit Flüchtlingsunterkünften für bestimmte Zeit ein Dach über dem Kopf und ein Stück Heimat zu geben. Diese Unterkünfte symbolisieren unsere Willkommens-Kultur und unsere Bereitschaft, dass diese Menschen bei uns Frieden finden und in Ruhe leben können. Wie gehen Schulen damit um?

Didaktische Überlegungen
An einigen Schulen sind Willkommensklassen eingerichtet worden, in denen die Kinder der Flüchtlinge so etwas wie ein Alltag ermöglich werden soll. Manche der Flüchtlinge möchten in Deutschland auch eine neue Heimat finden. Im Alltag der Schülerinnen und Schüler tauchen somit Flüchtlinge und Migranten immer häufiger auf; sei es in den Medien oder im Straßenbild. Während die einen diese Vielfalt als Chance empfinden, tun sich andere schwer, fühlen sich bedroht und manchen wird ihre Heimat „fremd. Die Angst vor Globalisierung, die ihren Ausdruck vor allem in den Flüchtlingen und Migranten zeigt, treibt die Menschen in die populistischen Parteien.1
Um Fremdheit in einer doppelten Perspektive geht es in dem folgenden Unterrichtsentwurf am Beispiel von Migration und Flucht. Hierzu sollen sich die Schülerinnen und Schüler einerseits mit der Perspektive der Flüchtlinge auseinandersetzen, für die Deutschland und seine Kultur fremd sind, andererseits sollen sie sich Gedanken machen, wie sie diesen Menschen, die fremd für sie selber sind, begegnen.
Der vorliegende Beitrag zeichnet dazu den Weg einer Flucht nach, indem er ermöglicht, über die Bedeutung von Heimat nachzudenken, Ursachen für Flucht und Migration global zu verstehen, das Fremdsein nachzuvollziehen, Nachzudenken, was es heißt Fremden zu begegnen und welche (Wert)Haltung dafür hilfreich sein kann bis zur Vorstellung, dass Fremde sich hier integrieren und eine neue Heimat finden können.
Unterrichtsbausteine
Baustein 1: „Heimat ist für mich da, wo …“
Baustein 1: „Heimat ist für mich da, wo …“
Einstieg: Zu Beginn steht die Annäherung an den Begriff „Heimat, der von der Lehrkraft an die Tafel geschrieben wird. Die Schülerinnen und Schüler können zunächst freie Assoziationen äußern.
Erarbeitung: Zunächst in Einzelarbeit und danach in Partnergespräch überlegen sich die Schülerinnen und Schüler, was für sie Heimat ausmacht.
Sicherung: Im Plenum werden in einem Mindmap die Ergebnisse an der Tafel festgehalten. Gesammelt werden sollten dabei nicht nur Sachen oder Gegenstände, die etwas zu Heimat werden lassen (z.B. „wo meine Stereoanlage steht, „ich das WLAN-Passwort habe ), sondern auch emotionale Aspekte (z.B. „wo ich mich geborgen fühle ). Am Ende kann ein Versuch einer gemeinsamen Definition stehen, „Heimat ist für mich, wo .
Vertiefung: Im anschließenden Austausch kann es darum gehen,
  • Was Heimat ausmacht.
  • Ob es einen Unterschied zwischen „Heimat und „Zuhause gibt.
  • Ob ein anderer Ort „Heimat werden kann und wie.
  • Was die Schülerinnen und Schüler aus ihrer Heimat mitnehmen, wenn sie fliehen würden, bzw. was sie vermissen würden.
Als Projektauftrag für die nächste Stunde werden die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, alle zwei bis drei Fotos (mit dem Handy) zu machen, was für sie Heimat ausdrückt (z.B. Eltern, Freunde, eigenes Zimmer ). Diese Fotos senden sie an die Lehrkraft, die diese für die übernächste Stunde zu einer Powerpoint oder einem Film (mit Moviemaker oder IMovie) zusammenstellt.
Baustein 2: Menschen verlassen ihre Heimat
Baustein 2: Menschen verlassen ihre Heimat
Einstieg: Die Lehrkraft legt das Bild eines Flüchtlingslagers (M1) auf und fragt, was Gründe sind, warum die Menschen fliehen.
Erarbeitung 1: Die Schülerinnen und Schüler lesen M2 und erarbeiten die Fragestellung. Erarbeitung 1...

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