1. – 13. Schuljahr
Rezensionen
Armin Greder
Die Insel
Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2015, 40 Seiten, ISBN 978-3737353786, € 16,99.
Während es sich unsere Gesellschaft leistet, über „Obergrenzen zu streiten statt hilfreiche Lösungen der weltweiten Problemlagen anzugehen, erschien im vergangenen Sommer eine Neuauflage des Bilderbuches von Armin Greder „Die Insel. Es erzählt eine archaische Geschichte für Kinder und Erwachsene: „Am Morgen fanden die Inselbewohner einen Mann am Strand, da wo Meeresströmung und Schicksal sein Floß hingeführt hatten. Er stand auf, als er sie kommen sah.  – Er war nicht wie sie. In solchen elementaren Sätzen schreitet die Erzählung weiter. Nur der Fischer, der „wusste, wie es draußen auf dem Meer war, setzt sich dafür ein, ihn aufzunehmen. „Also nahmen sie den Mann auf. Dazu ein Bild eines Menschen, der nur sein nacktes Leben gerettet hat. Hinter ihm der Pöbel, dickwanstige Männer mit ihrem Gartengerät, Mistgabeln, Schaufeln, Rechen, Hacken jagen den dünnen hilflosen Mann vor sich her in einen Ziegenstall.
„Aber wir können doch nicht einfach jeden durchfüttern, der zu uns kommt. Sonst müssen wir selbst bald Hunger leiden. So kann „Aufnahme nicht gelingen. „Angst machte sich breit. Sie ergreifen den Mann, „brachten ihn zu seinem Floß und schoben ihn hinaus in die Wellen. Das Boot des Fischers wird verbrannt, eine hohe Mauer wird um die ganze Insel gebaut.
Mit dominierend in Grautönen gehaltenen Kohlezeichnungen hält Greder die Geschichte fest. Nur wenige Personen und Momente erfahren sparsame farbige Akzente. Das Meer steht im Kontrast zu den Personendarstellungen, die einmal die Masse des Pöbels im Blick hat und daneben in szenischen Skizzen Einzelheiten der Gesellschaft in den Blick nimmt. Der erzählende Text tritt hinter den eindrücklichen Bildern zurück. Die Stimmung ist bedrückend, sodass man man versteht, dass sich die Angst breit macht. Heribert Prantl hat dem Buch ein eindrückliches Nachwort zufügt.
Eckhart Marggraf
Paul M. Zulehner
Entängstigt euch! Die Flüchtlinge und das christliche Abendland.
Patmos Verlag, Ostfildern 2016, ISBN 978-3-8436-0760-5 und als e-Book 978-3-8436-0761-2, € 12,95.
Mit seinem Buch begibt sich Paul Zulehner, emeritierter Professor für Pastoraltheologie in Wien, auf eine Spurensuche: Er spürt den Motiven nach, die Menschen dazu veranlassen, abwehrende Haltungen gegenüber Flüchtlingen einzunehmen. Die ersten drei Abschnitte zeigen eine Art Gegenwartsanalyse der Lage der Menschen in den Flüchtlingslagern und auf der sog. Balkanroute; weil das Buhc aus aktuellem Anlass geschrieben war, sind manche Passagen hier schon von der Zeit überholt. Die anschließenden drei Kapitel beschreiben jedoch auch heute noch zutreffend unsere Gesellschaft zwischen Abkehr (Fremdenfeindlichkeit) und Einsatz (Ehrenamtliches Engeagement) gegenüber den Fremden und konstatieren, unsere Gesellschaft werde immer mehr zu einer „Angstgesellschaft (S. 38 – 89). Diese zentrale These wird mit allerlei alltäglichen Geschichten untermauert. An dieser Stelle ist das Buch manchmal auch düster und wenig hoffnungsvoll, weil sich Zulehner ernsthaft mit den vielerlei Ängsten der Menschen auseinandersetzt, bis hin zu den Stammtischparolen. In seinem dritten Kapitel „Wege aus der Angst (90 – 153) versteht es Zulehner dann aber auch, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Christsein in der Flüchtlingskrise interpretiert werden kann und votiert für ein starkes Europa, das mit seinen christlichen Werten gefordert ist. Am Ende des Buches ist ein Fragebogen abgedruckt, der mir geeignet erscheint, auch mal im Unterricht (in höheren Klassen) eingesetzt zu werden, um den Schülerinnen und Schülern eine Art Standortbestimmung ihrer selbst zu ermöglichen. Den Fragebogen hat er selbst im Gespräch mit Österreichern eingesetzt, die Ergebnisse sind unter www.zulehner.org abrufbar.
Andreas Reinert
Michael Landgraf
Der Protestant
Wellhöfer Verlag Mannheim 2016, ISBN 978-3954281930, € 14,95
Jakob Ziegler ist...

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