3. – 4. Schuljahr

Sabine Benz und Horst Heller

„Wer da alles eingeladen ist!

Wie Jesus im Gleichnis vom großen Gastmahl(Lk 14,16-24) über Gott spricht

Gleichnisse sind sprechende Bilder aus Gottes Welt. Wer sie hört, wird hineingenommen in den Himmel Gottes, der auch auf Erden ist. Jesu Gleichnisse verwenden Bilder, die seinen Hörerinnen und Hörern bekannt sind. Sie sind sorgfältig ausgewählt. Um das Reich Gottes zu illustrieren, wählt Jesus das Bild eines Festessens, bei dem Überfluss, Fröhlichkeit und eine ausgelassene Stimmung herrschen.
Theologische und didaktische Vorbemerkungen
Im Evangelium des Lukas erzählt Jesus das Gleichnis vom großen Gastmahl (Lk 14,16-24), während er selbst an einem Festessen teilnimmt. Während dieser Einladung geschieht eine Menge. Jesus heilt einen Kranken, was einige der Anwesenden irritiert (Lk 14,1-6). Er äußert sich zur Tischordnung, in der es wichtige und weniger wichtige Gäste zu geben scheint (Lk 14,7-11). Schließlich kritisiert Jesus, dass hier nur Gäste eingeladen sind, die sich mit einer eigenen festlichen Einladung revanchieren könnten (Lk 14,12-14).
Das Motiv des Festessens als Bild für das Reich Gottes zieht sich durch das gesamte Lukasevangelium. Sei es beim Festmahl des Levi (Lk 5,29-32), sei es beim Gleichnis vom gütigen Vater (Lk 15,11-32), sei es bei Zachäus (Lk 19,1-10): Immer wieder isst, trinkt und feiert Jesus mit Menschen oder er erzählt von solchen Festen. „Selig, wer dabei sein darf, wenn im Reich Gottes das Brot gebrochen wird, so einer der Gäste in Lk 14,15.
Jesu Festmähler werden sich kaum unterschieden haben von denen seiner Zeitgenossen. Nur eines ist anders: Bei jedem der gemeinsamen Essen sind Menschen anwesend, die man so nicht erwartet hat. Der „verlorene und wiedergefundene Sohn und die Zöllner Levi und Zachäus haben eines gemeinsam: Sie haben die Einladung nicht verdient, sind aber dennoch dabei. Auch im Gleichnis vom großen Gastmahl feiern Menschen mit, die dort nicht vermutet werden. Das Reich Gottes ist wie ein Festessen, aber die Gästeliste Gottes überrascht. Auf ihr stehen Menschen, mit denen niemand gerechnet hat.
Der nachfolgende Unterrichtsvorschlag nimmt dieses Überraschungsmotiv auf, indem er eine Nachricht vom Januar 2018 thematisiert. Papst Franziskus hatte am 11. Januar über 2000 Personen in ein Zirkuszelt eingeladen (dpa-Meldung vom 10.01.2018). Aber kein einziger Kardinal oder Bediensteter des Vatikans kam in den Genuss der Vorstellung. Katholische Familien suchte man vergebens in der Manege. Eingeladen waren Obdachlose, Flüchtlinge, Drogenabhängige und sogar Strafgefangene.
Papst Franziskus wollte damit ein Zeichen setzen. Die Barmherzigkeit im Namen Jesu kennt keine Grenzen. Sie schließt niemanden aus und meint vor allem „unsere ärmsten Schwestern und Brüder (Papst Franziskus).
Damit handelte er gemäß der Aufforderung Jesu, die dem Gleichnis unmittelbar vorausgeht: „Wenn du ein Mittags- oder Abendmahl machst, so lade weder deine Freunde noch deine Brüder noch deine Verwandten noch reiche Nachbarn ein, damit sie nicht etwa wieder einladen und dir vergolten wird. Sondern wenn du ein Mahl machst, dann lade Arme ein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten (Lk 14,12-13).
Unterrichtsbausteine:
Baustein 1:
Baustein 1: Einladung in den Zirkus 1 Stunde
Schritt 1
Die Schülerinnen und Schüler betrachten das Bild (M1 siehe Bildkarte im Downloadbereich) und tauschen sich in einer kurzen Murmelphase über Zirkuserlebnisse aus. Im Anschluss führt die Lehrperson einen Impuls ein: Stellt euch vor, ihr geht in einen Zirkus und könnt zwei Freikarten verschenken. Wem würdet ihr sie schenken?
Die Kinder erhalten zwei vorgedruckte Freikarten (M2 ). Sie überlegen zunächst individuell, wem sie eine Freikarte schenken, wen sie also in den Zirkus mitnehmen würden.
Im Anschluss werden die beschrifteten Freikarten nach Personengruppen geclustert, indem sie einer der folgenden Überschriften zugeordnet werden.
Meine Familie
Meine...

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